Schlagwort qualifiziertes Arbeitszeugnis

Bewerbungstipps unter der Lupe!

Kritik an MOPO-Sonderbeilage

Ausbildung Special“ vom 27.08.2014

Screenshot von mopo.de by ICH-KAMPAGNE.de und text-allrounder.de

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Öffentliche Bewerbungstipps in Zeitungen und Zeitschriften sind meist recht hilfreich. Zum bundesdeutschen Ausbildungsstart hat die „Hamburger Morgenpost“ (MOPO) eine Sonderbeilage produziert, in der es hauptsächlich um Ratschläge zur Bewerbung und zum Verhalten während der Ausbildung bzw. im Beruf geht.

Im Kern steht hier hinsichtlich der Bewerbungstipps viel Richtiges drin. Allerdings muss man einige Angaben auch korrigieren. Was wir hiermit tun.

Konstruktive Kritik 😉

Zunächst ist zwar die Aussage richtig, dass eine Bewerbung grundsätzlich Werbung in eigener Sache – also eine ICH-KAMAGNE (!) – ist. Allerdings ist eine Bewerbungsmappe, die ein individuelles Anschreiben, einen lückenlosen Lebenslauf und eben Zeugnisse und Bescheinigungen enthält, keine „Werbebroschüre“ im eigentlichen Sinne. Benützt man die Fachbegriffe bzw. Fachtermini aus der PR-Branche müsste es schon „Folder“ heißen.

Die Tipps zum Anschreiben sind absolut korrekt! Zitat:

„Jeder Personal-Entscheider merkt sofort, ob der Bewerber sein Standard-Motivationsschreiben minimal angepasst oder extra für dieses Stellenangebot einen ganz neuen Text verfasst hat. Wer sich diese Mühe nicht gemacht hat, wird aussortiert. Bewerber müssen genau herausarbeiten, warum sie der Richtige für den Job sind, sagt Karriereberater und Motivationstrainer Christian Weilmeier. Sie sollten griffig und präzise erklären, wie sie die gefragten Qualifikationen erfüllen. (…)“

Selbstverständlich stimmt auch die Angabe, dass das Anschreiben keinesfalls mehr als eine Seite umfassen sollte. Ebenso sollten Sie als Bewerber den in der MOPO-Beilage gegebenen Ratschlag beherzigen (Zitat):

„Anschreiben und Lebenslauf in einer Bewerbung sollten in derselben Schriftart verfasst werden. ‚Sonst fehlt der rote Faden‘, sagt Bewerbungsberaterin Sabine Neumaier.“

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Zeugnis – geheime Botschaften?

Ehrliche Leistungsbewertung oder Schummelei?

Jürgen Bücker | pixelio.de

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Laut Gewerbeordnung (GewO) § 109  Absatz 1 „hat jeder Arbeitnehmer bei Beendigung seines Arbeitsverhältnisses den Anspruch auf ein schriftliches Zeugis. Das Zeugnis muss mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit (einfaches Zeugnis) enthalten. Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass sich die Angaben darüber hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis (qualifiziertes Zeugnis) erstrecken.“

In der Regel erwarten die Personalverantwortlichen als Anlage einer Bewerbung ein qualifiziertes Zeugnis. Dieses hat sich als „Standard“ durchgesetzt. Ebenso gleichwertig werden übrigens Referenz- bzw. Empfehlungsschreiben angesehen, wie Bewerbungsratgeber Gerhard Winkler aus Berlin meint. Dennoch gilt auch nach wie vor das Zeugnis als wichtiger Beleg Ihrer Qualifikation und Leistung für einen Beruf.

Es scheiden sich allerdings hier die Geister, ob der § 109 Absatz 2 in heutigen qualifizierten Arbeitszeugnissen so realistisch umgesetzt und beachtet wurde.

Zitat: „Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.“

Denn es gibt eben in diesen Arbeitszeugnissen Sprachcodes, die eben nicht eindeutig in ihrer Wortbedeutung für den Arbeitnehmer bzw. Bewerber ersichtlich sind. Kurz gefasst darf ein Zeugnis nicht offen (negativ) kritisieren und bewerten. Denn es soll letztlich keine Hürde für die Ergreifung eines neuen Berufes darstellen, sondern im Gegenteil den Start in einen neuen Job möglichst fördern. Diese Zeugniscodes sind weit verbreitet und lassen sich im Internet leicht recherchieren. Dennoch wollen wir im Folgenden die wichtigsten und kuriosesten benennen.

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