Social Media Bewerbung – Zusatzchance

Social Media Bewerbung – Zusatzchance

Social Media bzw. soziale Netzwerke haben sich seit 2010 etabliert und gehören ins Repertoire eines modernen Personalers. Sie bilden aber auch nicht den „Königsweg“ bei der Bewerbung, sondern dienen schlicht der Unterstützung sowie der Kontaktpflege bzw. dem Kontaktaufbau. Was es als Bewerber bei der Nutzung von Facebook oder für Berufsprofis XING oder LinkedIn zu beachten gilt, erfahren Sie hier in diesem Info-Report. Verschiedene Studien zum Social-Recruiting (2016 und folgende; z. B. von der TU München und der Hochschule RheinMain Wiesbaden Business School) befassen sich mit dieser modernen Bewerber-Findung und -Ansprache via Facebook, Twitter, Google+ oder auch beruflich zentrierte Netzwerke wie XING und LinkedIn. 

Im Grunde helfen generelle Networks wie Facebook oder Twitter dank der dort vorhandenen Firmenauftritte entscheidend bei der Informationsrecherche für den Bewerber. Hier kann er auch gezielt Ansprechpartner finden. In den Business-Netzwerken (XING & Co.) kann er seine Reputation  und fachliche Expertise in Branchen-Gruppen (Diskussionen) unter Beweis stellen. Das heißt durch die aktive Nutzung kann man sich auch selbst darstellen. Denn die fachliche bzw. berufliche Meinung kann und sollte man nur mit entsprechender Berufserfahrung äußern, ansonsten outet man sich schnell als Absonderer „heißer Luft“.

Übrigens sprechen in XING oder LinkedIn auch Headhunter potenzieller Bewerber gezielt an. Das Wichtigste ist daher die Profilpflege. Dabei ist die Löschung von Urlaubs- oder Partyfotos schon ein alter Hut. Wenn man sich auf Facebook & Co. auch rege an verschiedenen Diskussionen öffentlich beteiligt, lässt sich sehr schnell die Meinung und Ansicht des Bewerbers (auch von Personalern) ablesen und ob die Kommentare, geteilten Inhalte und vieles mehr einem immer so zum Ruhm gereicht, ist sicherlich mal zu überprüfen.

Wer ernsthaft heute glaubt, dass Personaler nicht die potenziellen Bewerber für eine offene Stelle in einem Unternehmen nicht „googlen“ und entsprechend dann via öffentlicher Tweets, Facebook-Posts oder Instagram-Bildern Rückschlüsse auf die Persönlichkeit und (wirkliche) Eignung des Bewerbers ziehen, der lebt leider völlig „hinter dem Mond“.

Es ist auch manchmal so, dass vermeintliche „Freunde“ Negatives (auch wenn es spaßig gemeint sein sollte) über einen posten. Das findet man nicht immer durch Anmeldung bei Facebook & Co. heraus, sondern hier hilft es, sich selbst zu googlen. Wer jetzt nur per Antrag die negativen Suchergebnisse über sich selbst löschen lässt, darf nicht damit rechnen, dass auch diese bad News über einen auch auf der entsprechenden Internetseite gelöscht werden. Es werden tatsächlich nur die Suchergebnisse über einen selbst gelöscht. Denn die Websites, auf denen dann wirklich solche schlechten Dinge über einen veröffentlicht werden, werden nun mal von anderen als Google betrieben und „gepflegt“. Den Webmastern dieser Webseiten kann man nur per E-Mail bitten, diese negativen Einträge von einem zu löschen. Im allerschlimmsten Falle ist die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts notwendig. Wenn dieser per Brief den Webmaster dazu auffordert, ist dies meist erfolgreich, weil es die wenigsten Webmaster auf einen Prozess vor Gericht ankommen lassen.

Es empfiehlt sich, nicht nur die negativen Kommentare, Posts und Bilder zu löschen, sondern ebenso auch positive Inhalte entsprechend hochzuladen. Was kann negativ aufgefasst werden? Auf der Info-Seite bewerbung.net wird als Warnung von Autor Ben genannt:

Entferne unpassende Beiträge und Kommentare von Freunden, die ein schlechtes Licht auf dich werfen könnten. Auch deine „Gefällt mir“-Angaben solltest du überprüfen. Zahlreiche Likes auf Seiten von Alkoholmarken können beispielsweise ein negatives Bild auf dich werfen.

Erfolgreiches Networking ist immer ein Geben und Nehmen. Auch für den Aufbau und die Festigung von „Online-Beziehungen“ braucht es Zeit. Das geht logischerweise nicht von heute auf morgen. Um die Karriere aufzubauen, sollten Sie daher nachhaltige Kontakte aufbauen. Haben Sie dabei stets Ihr Berufsziel im Auge, ansonsten ist die Gefahr des „Verzettelns“ zu groß. Es kommt bei diesen Kontakten nicht auf Quantität an, sondern ganz stark auf die Qualität. Schließlich ist beim Netzwerken nicht nur wichtig, neue Kontakte zu sammeln, sondern diese müssen auch stetig gepflegt werden. Denn in sozialen Netzwerken ist nichts „tödlicher“ als das berüchtigte „Schweigen im Walde“. Der Austausch hilft, die Kontakte aufrecht zu erhalten. Sie müssen also schon selbst aktiv werden.

Die Einstellung ist wichtig! Nicht nur was die eigene Meinung angeht, sondern auch die Freigabe von den eigenen Informationen (also Posts, Bildern usw.). Insbesondere verhält es sich bei den Generalisten wie Facebook und Twitter so, dass man sich häufig auch privat über Themen austauscht. Hier können Sie aber durch selbst vorgenommene Regelungen sicherstellen, dass nur die Freunde auch diese Inhalte zu sehen bekommen. Andere Posts, Bilder, Filmclips können Sie andererseits auch wieder völlig öffentlich „einstellen“. Hier ist absolutes Fingerspitzengefühl gefragt.

Die Social Media Jobsuche wird oft auch als „Bewerbung 2.0“ benannt, erklärt Christian Müller in seinem Fachbericht auf karrierebibel.de . Hier gilt es, nicht nur ein klares Ziel-Profil als Bewerber auszuarbeiten. Überlegen Sie sich hier bezogen auf Ihr Berufsziel genaue Strategien und die hierfür sinnvollen Aktivitäten. Sie sollten damit eng verknüpft auch nur auf Kern-Themen eingehen, mit denen Sie sich positionieren und bekannt werden wollen. Maßgebliche Tipps zur Pflege des Social Media Profils finden Sie ebenfalls karrierebibel.de.

Sie können auch YouTube als Bewerbungssupport nutzen. Hier sollten Sie sich aber mit dem Filmen auskennen und ein Videoclip für die Bewerbung ist nicht ohne Weiteres zu erstellen. In der Regel benötigen Sie hier die Mithilfe von Freunden oder Bekannten. Bevor Sie aber überhaupt auf die Idee kommen, in YouTube einen Moviespot von sich zu veröffentlichen, rät Christian Müller in seinem Fachreport zur YouTube-Bewerbung dazu, sich die entscheidende Frage zu stellen:

Passt Video als Medium zu mir und meiner Bewerbung? Nicht jeder fühlt sich vor einer Kamera wohl oder kann vor einem virtuellen Publikum sicher und überzeugend auftreten.

Auf den eingangs erwähnten professionellen Netzwerken LinkedIn und XING können Sie branchenintern oder -übergreifend mit den Profis diskutieren, wichtige Informationen erhalten und in fachlichen Diskussionen Ihre berufliche Expertise darstellen. Sie können dort einen beruflichen Lebenslauf anlegen und meist gilt: Je genauer dieser gefasst ist, umso besser können Sie hier die für Sie sinnvollen Kontakte knüpfen. Selbstverständlich ist ein Foto in diesen Profilen Pflicht und dies sollte ein entsprechend professionelles und berufsadäquates sein. Das Ganze sollte Ihre (positive) Online-Reputation als kompetenter Profi unterstützen. Daher erfordert dies mit Sicherheit einige Stunden Arbeit.

Resümee: Social Media können Ihnen bei der Jobsuche und Bewerbung helfen, aber eben diese auch nicht gänzlich ersetzen. Bei den Bewerbungsschreibern wird es auf den Punkt gebracht:

Ein aussagekräftiges, professionell gestaltetes Profil dient Personalentscheidern als erste Informationsgrundlage über potenziell geeignete Kandidaten. Durch Verwendung prägnanter Schlagwörter zu Interessen, Qualifikationen und Erfahrungen wird das Profil über die Suchfunktion leicht auffindbar und ermöglicht einen Abgleich mit den Stellenanforderungen des Unternehmens.

 

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