Lebenslauf – kommt Prahlhans weiter?

Lebenslauf – kommt Prahlhans weiter?

 

Foto: louvre | pixabay

Im Internet liest man in letzter Zeit immer mehr vom „Aufpimpen“ oder „Tuning“ des Lebenslaufs. Daher wollen wir mit diesem Info-Report etwas Klarheit in diesen „Dschungel“ der Irrungen und Wirrungen bringen. Um die Frage der Überschrift „Kommt Prahlhans weiter?“ gleich zu beantworten: Wer maßlos übertreibt, erleidet einen tiefen Absturz!

Vermutlich von Dieter Nuhr stammt der Satz: „Wenn man mich schon betrügen will, soll man sich wenigstens Mühe dabei geben.“ Das gilt natürlich auch für das „Aufhübschen“ des eigenen Lebenslaufs. Rein rechtlich gesehen versichern Sie in Ihrem Lebenslauf durch die eigene Unterschrift, dass alles dort Geschriebene der Wahrheit entspricht. Zudem wird bei einer Anstellung Ihr Lebenslauf Teil Ihrer Personalakte. Sollten Sie also darin maßlos geprahlt oder gar gelogen haben, haben Sie das Vertrauen Ihres Arbeitgebers missbraucht und dies stellt einen Kündigungsgrund dar. (vgl. Info-Reporte: „Das Leben im Lauf“ und „Bruch im Lebenslauf„)

In einem Ratgeber-Bericht bei XING (Autor*in unbekannt) steht:

(…) Laut Umfragen manipulieren fast 50 Prozent aller Bewerber ihren Lebenslauf, um sich ins ein besseres Licht zu rücken. So prahlen zum Beispiel ein Drittel mit Verantwortung und Aufgaben, die sie in vergangenen Jobs gar nicht gehabt haben. Bei den Sprachkenntnissen geben sich fast 20 Prozent sicherer als sie eigentlich sind. In Sachen letztes Gehalt mogeln sich 10 Prozent reicher, bei Fachkenntnissen und erreichten Bildungsabschlüssen übertreiben mindestens fünf Prozent. (…)

Zulässig ist es, wenn man die Fremdsprache denn beherrscht, einen längeren Auslandsaufenthalt als Sprachreise anzugeben. Das ist eine Wahrheits-„Grauzone“, die sich – wie erwähnt – bei Beherrschen der Fremdsprache nicht so leicht überprüfen lässt. Durch längere Zeit im Ausland haben Sie auch quasi „zwangsläufig“ interkulturelle Kompetenz entwickelt.

Hinsichtlich Brüchen im Lebenslauf – im Sinne von zeitlichen Lücken – haben wir bereits einen Info-Report verfasst, den wir Ihnen nochmals zur Lektüre empfehlen. Es gibt keine Berufsbiografie, die sich ohne Unterbrechungen vollzieht. Für Arbeitslosigkeit können Sie „aktiv arbeitsuchend“ notieren. Alles Weitere steht in dem genannten Info-Report.

Beim „Jobhopping“ – also einem kurzfristigen Berufswechsel innerhalb von zwei oder drei Jahren – können Sie dies mit einem Stichwort (hinter dem Berufstitel) wie zum Beispiel „Befristung“ oder auch „Schwerpunktwechsel“ (bei gleichem Berufstitel) notieren.

Die Beendigung einer beruflichen Stellung – also die Kündigung – sollten Sie nicht schreiben. Es sei denn, Sie sind Opfer einer Unternehmensinsolvenz bzw. einer Massenentlassung, dann war die Kündigung betriebsbedingt. Da Sie in diesem Fall „unschuldig“ Ihren Arbeitsplatz verloren haben, können Sie dies auch im Lebenslauf erwähnen – ja, das sollten Sie sogar.

Weitere Ratschläge haben wir Ihnen bereits in unseren bisher veröffentlichten Info-Reports zum Thema Lebenslauf gegeben.

 

 

 

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