Grundsätze der ICH-Kampagne

Grundsätze der ICH-Kampagne

Bescheidenheit vermeiden …

… Übertreibung aber auch!

Thorben Wengert |pixelio.de

Thorben Wengert |pixelio.de

In einem unserer ersten Info-Reports Grundsatz bei Bewerbung haben wir auf die bekannte Tatsache hingewiesen, dass jede einzelne Bewerbung eine gezielte Werbung in eigener Sache ist.

Dabei kommt es darauf an, sich (als Bewerber) im besten Licht zu präsentieren. Unser Bewerbungs-Experte Guido Nedden erklärt dazu:

„Einige Fachbegriffe dazu lauten: ‚Selbst-Marketing‘ oder aktueller ‚Personal Branding‘. Letzteres bedeutet, dass Sie sich selbst – Ihre eigene Person und Persönlichkeit – als ‚Marke‘ (engl. Brand) präsentieren. Ich nenne dieses Unterfangen – streng bezogen auf die Bewerbungsbemühungen – kurz: ICH-KAMPAGNE.“

(c) ICH-Kampagne & Text-Allrounder

(c) ICH-Kampagne & Text-Allrounder

Sie (als Bewerber) gehen dabei tatsächlich vom Grundsatz her ähnlich vor wie Werbeagenturen. Sie entwerfen und gestalten Ihre ICH-Kampagne – also Ihren persönlichen Werbefeldzug – mit Strategie, guter Planung sowie effektiver und erfolgversprechender Darstellung Ihrer persönlichen Stärken und Kompetenzen. Denn diese sind – in ihrer individuellen Ausprägung – Ihr Alleinstellungsmerkmal, mit dem Sie den Personaler bzw. Human Recruiter Ihres potenziellen oder besser noch gewünschten Arbeitgebers (Unternehmens) überzeugen können.

Werbung in eigener Sache – wie geht das?

Wir könnten es uns an dieser Stelle recht einfach machen und Sie auf unsere bisherigen Info-Reports verweisen:

Die darin zur Verfügung gestellten Informationen und Layout-Vorlagen behalten nach wie vor ihre (aktuelle) Gültigkeit. Selbstverständlich bearbeitet auch unser Bewerbungs-Experte Ihre komplette Bewerbung. Sehen Sie sich bitte dazu das Angebot an.

Doch wir wollen Ihnen hier grundsätzliche Informationen zum Selbst-Marketing bzw. Personal-Branding geben.

Marco De Micheli ist Verlagsleiter und Inhaber des PRAXIUM-Verlages, einem Fachverlag für das Personalwesen und Leadership, und der HR-Online-Fachbuchhandlung hrmbooks.ch in Zürich. Er hat in seinem Bericht in der Huffington Post deutlich erklärt:

„Es ist für viele verpönt, sich wie ein Produkt zu vermarkten oder Werbung für sich zu betreiben. Nur: Die Mechanismen des Marketings und Brandings sind sehr wirksam. Und es ist eine Frage des Stils, der Authentizität und der Ehrlichkeit, wie man dies macht.

Es ist wie bei der Werbung. Es gibt marktschreierische, niveaulose und Werbung mit Superlativen, die mit Lautstärke und nicht mit Argumenten Gehör verschaffen will. Es gibt aber auch jene Art von Werbung, die mit Stil, mit guten Argumenten, mit Sympathie oder mit Humor und Originalität vorgeht. Von dieser Art soll auch die Bildung Ihrer Ich-Marke sein – und sie soll vor allem auch auf Ihre Persönlichkeit zugeschnitten sein. Damit Self Branding im Berufs- und Privatalltag wirkt, setzt es ein starkes Interesse voraus, sich mit der eigenen Person auseinanderzusetzen. (…)“

Zusammengefasst: Ohne dass Sie eine Selbstanalyse oder einen Selbstcheck machen und Ihre persönlichen Stärken und Kompetenzen ergründen, funktioniert Ihre ICH-Kampagne nicht. Ohne diese Selbsterkenntnis können Sie sich nicht erfolgversprechend präsentieren. Denn die (Eigen-)Werbung macht so viel aus, wie das nachfolgende Schaubild verdeutlicht:

 

Cristine Lietz | pixelio.de

Cristine Lietz | pixelio.de

 

Marco De Micheli erklärt in seinem schon zitierten Ratgeber-Artikel so richtig:

Setzen Sie jene Stärken ein, die Ihre größten und ausgeprägtesten sind, die sehr gut Ihre Persönlichkeit widerspiegeln und bei Ihren Zielgruppen (Partner, Berufskollegen, Freunde, Außenstehende, Chefs, mehr dazu nachfolgend) besonders gut ankommen und das bewirken, was Ihnen wichtig ist oder was Sie erreichen möchten. Es gibt Menschen, die ein sehr charismatisches Lächeln haben, die besonderes humorvoll unterhalten können oder sich durch interessantes Wissen oder abenteuerliche Geschichten auszeichnen oder vertrauensvolle und sehr gute Zuhörer sind. Persönliche Stärken können Fach- oder Sozialkompetenzen und beruflicher oder privater Art sein. (…)“

Wie Sie erkennen können, kommt es nicht nur auf Ihre Fach- und Methodenkompetenz, sondern genauso auf Ihre Sozial- und Persönlichkeitskompetenz an. Dass es bei Ihrer ICH-Kampagne (z. B. beim Vorstellungsgespräch) auch auf die äußere „Verpackung“ ankommt, weiß auch Fachautor Marco De Micheli (Zitat):

„Als Positionierung bezeichnet man im Marketing das gezielte, systematische Erarbeiten und Herausstellen von Stärken und Qualitäten, wodurch und womit sich ein Produkt in der Einschätzung der Zielgruppe auszeichnet und vom Wettbewerb unterscheidet. Bei einem gut positionierten Produkt ist immer klar, was es auszeichnet und für wen es gedacht ist. Bei Produkten weiß man, dass die Verpackung eine große Rolle spielt – ob im Regal oder in der Attraktivität des Designs. Bei Ihnen als Person ist dies das Äußere, sprich Design, welches die Kleidung, den Haarschnitt, den Modestil, die Gepflegtheit, den Auftritt bis hin zur Rolle bei gesellschaftlichen Anlässen oder geschäftlichen Präsentationen betrifft.“

Wenn wir die bisher notierten bzw. zitierten Informationen zusammenfassen, können wir klar herausstellen, dass Ihr Personal Branding oder besser Ihre eigene ICH-Kampagne nicht ohne Eigeninitiative, Arbeit an sich selbst und Ergründung Ihrer Stärken funktioniert. Sich selbst bei einem potenziellen Arbeitgeber als künftigen und potenziellen Mitarbeiter mit Stärken und Kompetenzen darzustellen, ist viel Denk- und Schreibarbeit. Sie müssen ja auch den richtigen „Ton“ des jeweiligen Unternehmens, bei dem Sie sich bewerben, treffen. Der richtige Stil sollte konsequent umgesetzt werden und das endet nicht bei der richtigen Kleidung, die mindestens berufsangemessen sein sollte. Die Kommunikation spielt sowohl bei der klassischen Bewerbung (ausgedruckt und in der Bewerbungsmappe postalisch versandt) als auch bei der E-Mail- bzw. Online-Bewerbung ein entscheidende Rolle.

Christian Müller, einer der fleißigsten, Fachautoren bei karrierebibel.de hat viele maßgebliche Tipps in seinem Bericht „ABC des Personal Brandings“ zusammengetragen. Wir möchten hier nur auf drei wichtige Aspekte hinweisen:

A – npassung

Dieser Punkt scheint dem Grundsatz einer authentischen und ehrlichen Kommunikation im ersten Augenblick zu widersprechen. Bei genauerem Hinsehen ist das jedoch nicht der Fall. Anpassung bedeutet lediglich, dass Sie Ihren Stil und Ihre Formulierungen an Ihre Gesprächspartner anpassen. Ihre Haltung und Meinung verändert sich dadurch nicht. Missverständnisse lassen sich durch eine angepasste und zielgerichtete Kommunikation jedoch vermeiden.

B – auchentscheidung

Strategie und Planung sind für den Aufbau Ihrer Eigenmarke wichtige Grundlagen. Geht es jedoch um konkrete – und teilweise auch spontane – Entscheidungen, sollten Sie auch auf Ihren Bauch oder Ihre Intuition hören. So gut eine Gelegenheit auch aussehen mag: Wenn Sie dabei ein schlechtes Gefühl haben und der neue Weg nicht zu Ihnen passt, sollten Sie sich davon fernhalten. (…)

E – igeninitiative

Sicher, manche Chancen ergeben sich ohne Ihr Zutun. Solche Konstellationen sind wichtig, doch verlassen sollten Sie sich nicht darauf. Zeigen Sie daher Eigeninitiative und nehmen Sie von sich aus Kontakt zu potentiellen Netzwerkpartnern auf. Fallen Sie dabei jedoch nicht mit der Tür ins Haus, sondern lassen Sie es langsam angehen. (…)“

Sich als kompetenter Mitarbeiter zu präsentieren, gebietet, dass man nicht bescheiden auftritt, sondern seine fachlichen, beruflichen bis persönlichen Kompetenzen konkret benennen kann. Selbstbewusstsein – gerade auch im persönlichen Auftreten – ist wichtig. Dabei sollten Sie aber auch nicht übertreiben, denn Eitelkeit und Arroganz lassen Sie absolut unprofessionell aussehen.

Info-Link

Zum Abschluss verweisen wir noch auf den Self-Branding-Bericht von Christin Haftmann. Sie ist seit 2012 Teil des Marketing-Teams von epubli. Neben zahlreichen
Beiträgen mit Tipps und Tricks zum Thema Schreiben und Vermarktung von Büchern auf dem epubli Blog betreut sie den unternehmenseigenen Pinterest-Account.

 

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