Das Leben im Lauf

Das Leben im Lauf

Lebenslauf – chronologisch, praktisch, gut

S. Hofschlaeger | pixelio.de

Jede Bewerbung – ob nun gedruckt (in einer Mappe) oder digital als E-Mail-Anhang – besteht aus drei Teilen:

  • das individuelle Anschreiben
  • der (umgekehrt) chronologische Lebenslauf
  • (Arbeits-)Zeugnisse, Bescheinigungen, Referenzen etc.

Bei der Erstellung Ihrer Bewerbung beginnen Sie am Besten mit dem Lebenslauf. Diese Faktensammlung Ihrer beruflichen Tätigkeiten (in der Hauptsache) ist auf Basis Ihrer vorhandenen Zeugnisse und Berufspositionen relativ einfach zu Papier gebracht.

Dass jeder Arbeitnehmer nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses das gesetzlich verbriefte Recht auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis hat, ist im Grunde bekannt. Man sollte diese Dokumente von allen Berufsstationen unbedingt gut aufbewahren und keineswegs verlieren. Sie sind wichtige Belege innerhalb der Bewerbung.

Das Anschreiben ist da wesentlich schwieriger zu erstellen, weil es heute nicht einfach nach „Schema F“ (also mit allgemeinen Formulierungsmustern ohne jede Aussagekraft) geschrieben wird. Es muss individuell auf das Stellenangebot und auf die Person und Persönlichkeit des Bewerbers hin textlich gestaltet werden.

Aufgrund der genannten Vorgehensweise bei der Bewerbungsgestaltung beginnen wir daher zuerst dem Lebenslauf.

Ein aktueller Lebenslauf, der den Personalverantwortlichen – kurz Personaler – überzeugen soll, ist „umgekehrt chronologisch“ strukturiert. Das heißt: Sie beginnen mit der neuesten, aktuellsten Berufsposition und enden bei der Auflistung Ihres Beruflichen Werdegangs mit der ältesten. Diese Gliederung von NEU nach ALT bezeichnet man auch als amerikanische bzw. europäische Struktur.

Als Erstes listen Sie Ihre Persönlichen Daten auf. Wenn Sie im Briefkopf bereits Ihren Namen, Adresse sowie die vorhandenen Kontaktdaten wie Telefon- und Handynummer sowie E-Mail-Adresse notiert haben, brauchen Sie bei diesem Abschnitt nur noch Geburtsdatum und -ort, Ihren Familienstand und die Staatsangehörigkeit zu schreiben.

Bei Familienstand verwenden Sie bitte nur die zutreffende aus diesen vier Möglichkeiten: ledig, verheiratet, geschieden oder verwitwet. Die Staatsangehörigkeit sollten Sie nur angeben, wenn Sie nicht als deutscher Staatsbürger hier geboren, sondern vor einiger Zeit in die BRD eingewandert sind. Geben Sie in Klammern dahinter auch an, ob Ihr Aufenthalt in Deutschland unbefristet oder eben befristet ist. Bei Letzterem sollten Sie dann möglichst Monats- und Jahresangaben machen. Diese Ehrlichkeit sollten Sie gegenüber dem potenziellen Arbeitgeber schon haben.

Das Wichtigste bei der Gestaltung Ihres tabellarischen Lebenslaufs ist, dass der Personaler, Chef oder Abteilungsleiter auf den ersten Blick Ihr Qualifikationsprofil bzw. Ihre Eignung erkennen kann. Insofern ist Übersichtlichkeit hier das oberste Gebot. Denn Personaler müssen sich häufig hunderte von Bewerbungen durchlesen und die geeigneten Bewerber herausfinden. Für eine Bewerbungsmappe können sie daher nur zwei bis vier Minuten Zeit investieren.

Nach den Persönlichen Daten folgt in der Regel der Berufliche Werdegang. Es sei denn, Sie haben aktuell eine Weiterbildung absolviert, dann beginnen Sie erst mit diesem Abschnitt.

Uli Carthäuser | pixelio.de

Notieren Sie nach der Zwischenüberschrift Weiterbildung in der linken Spalte die Zeitdauer und in der rechten den genauen Kurstitel, den kompletten Namen des Bildungsinstituts und den Tagungsort. In der Zeile darunter können Sie mit einem etwas kleineren Schriftgrad drei, maximal vier Stichpunkte zu den Inhalten der Bildungsmaßnahme schreiben.

 

Beispiel: 10.2010 – 11.2010 Projektteilnahme „Job to Job“, Berufsbildungsinstitut GmbH, Hamburg
    Inhalte: Einblicke in Arbeitsmarkt, Bewerbungstraining, Selbstmarkting, Bewerbungserstellung

 
                                        

Beim Beruflichen Werdegang sind in der linken Spalte wieder die Zeitangaben in beschriebener Form zu machen und in der rechten Spalte beginnen Sie zuerst mit Ihrer Berufsbezeichnung, dann folgt der genaue und komplette Firmenname (auch mit GmbH usw.) sowie der Arbeitsort. Statt „Inhalte“ geben Sie in der Zeile darunter einige stichpunktartige Informationen zu den Haupttätigkeiten bzw. -aufgaben in diesem Job.

Beispiel: 10.2011 – 07.2012 Sekretärin, Humbold Electra GmbH & Co. KG, Hamburg
    Tätigkeiten: Terminmanagement für Vorgesetzten, Geschäftskorrespondenz, Aktenablage, allgemeine Verwaltungsarbeiten

 

 

 

Hinweis: Bei beiden Beispielen sind die Firmen- bzw. Institutsnamen frei erfunden. Ähnlichkeiten mit existieren Unternehmen wären rein zufällig.

„Spitzen-Struktur“ des Lebenslaufs

Um das oberste Gebot der Übersichtlichkeit perfekt zu erfüllen, hat sich die tabellarische Form des Lebenslaufs durchgesetzt. Sie sollten daher in Ihrem Textverarbeitungsprogramm (z. B. WordOpen Office Writer usw.) auch tatsächlich mit Tabellen (unsichtbarer Rahmen!) arbeiten und nicht eine Vielzahl von Tabulatoren verwenden, denn hier können sich ungewollte Einschübe ergeben. Dass Sie hier keine ausformulierten Texte verwenden sollten, sondern Stichworte zu Ihren Berufs- und Bildungsprofil versteht sich von selbst.

Inhalt: Persönliche Kommentare zu einzelnen Punkten sind im Lebenslauf tabu. Genauso eine Anrede eingangs oder gar eine Grußformel zum Schluss. Was in die Vita unbedingt rein muss, sind:

  1. Persönliche Daten: Name, Geburtstag und -ort, Familienstand und gegebenenfalls Staatsangehörigkeit
  2. Beruflicher Werdegang: Aktuellste bis allererste Berufsposition, Arbeitslosigkeit, Wehr- oder Zivildienst, bei Frauen (in der Regel) auch Familien- bzw. Elternzeit (bei Freistellung wegen Geburt)
  3. Weiterbildung: Letzte bis allererste Fortbildungsmaßnahme
  4. Ausbildung: Berufsausbildung (immer die neuere vor der älteren nennen) 
  5. Schule: Nur weiterführende Schule nennen, in der man seinen Schulabschluss gemacht hat. (Haben Sie keinen, sollten Sie das auch angeben.)
  6. Kenntnisse: Sprachen, EDV (= PC-Kenntnisse), Führerschein (Klasse: B, Gabelstapler usw.), sonstige (besondere Fähigkeiten, die für den Beruf wichtig sind)
  7. Ort und aktuelles Datum und darunter Ihre Unterschrift

Grundsätzlich darf es keine zeitliche Lücken geben! Der Verdacht liegt sonst nahe, dass Sie eventuell peinliche Situationen vertuschen wollten. Spätestens beim Bewerbungsgespräch kommt dies dann zur Sprache.

Tabus im Lebenslauf

Sie dürfen nicht lügen. Es kommt früher oder später doch heraus! Nach geltendem Arbeitsrecht ist das ein eklatanter Vertrauensbruch und Ihr Arbeitgeber darf und wird Ihnen – auch nach der Probezeit – fristlos kündigen. Natürlich sind auch gefälschte Zeugnisse, gekaufte akademische Titel oder frei erfundene Berufsstationen Urkundenfälschung und/oder Betrug. Das kann außer der dann verdient fristlosen Kündigung auch zivil- und strafrechtliche Konsequenzen haben. Deshalb bleiben Sie bei der Wahrheit!

Ebenso haben Angaben zu Ihrer politischen Gesinnung und zu Ihrer Religion im Lebenslauf nichts verloren. Einzige Ausnahmen bestehen dann, wenn Sie sich eben als Mitarbeiter einer Parteigeschäftsstelle oder bei einer christlichen bzw. religiösen Hilfsorganisation. Nur in diesen Fällen machen diese Aspekte Sinn.

Arbeitslosigkeit im Lebenslauf

Dass es bei heutigen Berufsbiografien von den meisten Bewerbern schon mal zeitliche Abschnitte gibt, in denen man arbeitslos war, ist nicht neu und auch nicht unrealistisch. Auch Personaler sind keine Wesen vom anderen Stern und bringen dafür durchaus Verständnis auf. Generell stellt eine Arbeitslosigkeit von unter einem Jahr meist keinen „Beinbruch“ dar.

Hüten Sie sich aber davor, längere „Auszeiten“ kaschieren zu wollen. Sie sollten auch besser kaum darauf eingehen, weshalb Sie die eine oder andere Arbeitsstelle verloren haben. Geben Sie das nur an, wenn Sie unverschuldet diese Stelle verloren haben.

Beispiel: 10.2006 – 11.2009 Marketing Vice Manager, Luschen AG, Hamburg (Kündigung wegen Insolvenz)

Haben Sie Ihre Kündigung allerdings selbst verschuldet, ist Schweigen Gold. Hier sollten Sie nichts im Lebenslauf erwähnen. Geben Sie sich nicht dem Drang hin, hier etwas beschönigen zu wollen. Das wirkt einfach nur peinlich! Im Gegenteil machen Sie den Personaler durch solche „Beigaben“ erst auf diesen Makel in Ihrer Berufsbiografie aufmerksam!

Ihre Arbeitslosigkeit formulieren Sie im Lebenslauf bitte als „aktiv Arbeit suchend“ mit den schon oben genannten Zeitangaben. Dauerte Ihre Arbeitslosigkeit allerdings nur ein bis drei Monate können Sie auch folgende Formulierung wählen:

Beispiel: 05.2007 – 07.2007 Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer neuen Position im Bereich Vertriebsleitung

Das wirkt doch gleich viel aktiver und selbstbewusster und zeigt außerdem Ihren Fokus auf das Berufsziel.

Layout-Vorlagen

Wir stellen Ihnen zwei Muster-Lebensläufe zum Download bereit. Diese entsprechen übrigens auch den Formalien und Regularien der DIN 5008. Auch hier sind alle Firmennamen frei erfunden und Ähnlichkeiten mit realen Unternehmen sind rein zufällig. Die PDF-Versionen lassen sich in der Regel nur betrachten, es sei denn, Sie haben entsprechend spezielle PDF-Editoren. Die Word-Versionen lassen sich mit (fast) jeder Textverarbeitung entsprechend überarbeiten. (Für Anfänger: Markieren Sie mit gedrückter linker Maustaste die entsprechende Textpassage und überschreiben Sie diese mit Ihren entsprechenden Daten. In Word können Sie am Ende einer Tabellenzeile durch einfaches Betätigen der Enter- bzw. Return-Taste (↵) eine neue Zeile darunter hinzufügen.)

Wir haben nun auch die Lebenslauf-Layout-Vorlagen im Open- bzw. Libre-Office-Format, so dass Sie diese auch in diesen Open Source- bzw. Freeware-Programmen bearbeiten und für sich anpassen können.

Nutzungsbedingungen dieser Dokumentvorlagen

Diese Layout-Vorlagen für Word sowie Open-/Libre-Office-Writer als auch im PDF-Format sind für alle Privatpersonen und einzelne Bewerber selbstverständlich kostenlos. Alle Unternehmen und geschäftlich bzw. gewerblich mit Bewerbung befassten Beauftragten oder Bediensteten (z.B. Jobcoachs, Dozenten, Sozialpädagogen sowie alle bei Weiter-Bildungsinstituten Honorarkräfte und Angestellte) nutzen diese von unserem Jobcoach Guido Nedden selbst gestalteten Dokumentenvorlagen gewerblich und müssen eine Nutzungsgebühr (Urheberrecht!) von 15 Euro pro Download bezahlen. Zur Abwicklung der Zahlungen nutzen Sie bitte das Kontaktformular.

 

Lebenslauf-Muster1 Word-Doc PDF-Dokument Open-Office-Logo
Lebenslauf-Muster2 Word-Doc PDF-Dokument Open-Office-Logo
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