Bewerbungsunterlagen – immer vollständig?

Bewerbungsunterlagen – immer vollständig?

Alexandra Bucurescu | pixelio.de

Bewerber versichern (fast) immer, dass ihre Bewerbungsunterlagen vollständig sind. Die Personalsachbearbeiter, kurz Personaler, stellen allerdings meist das Gegenteil fest.

Übliche Fehler sind:

  • entweder, dass viel zu viele, meist auch nichtssagende Zeugnisse und Zertifikate, die in keiner Weise zur ausgeschriebener Stelle passen,
  • oder zu wenige Unterlagen

beigelegt werden.

Die Zeugnisse und Zertifikate müssen grundsätzlich auf die Stelle bezogen ausgewählt werden. In der Regel sollten nicht mehr als drei bis vier Dokumente bzw. Referenzen als Anlagen beigefügt werden.

(c) ich-kampagne.de

Jobcoach Guido Nedden verdeutlicht:

Um es ganz simpel auszudrücken: Wer einen Bürojob anstrebt, braucht nicht seine Sport-Wettkampf-Urkunde beizulegen.

Im Rahmen des Bewerbungsprozesses hat die Indeed-Bewerbungsstudie-2016 festgestellt, dass sich die Erwartungen von Bewerbern und Personalern deutlich unterscheiden. Dazu wurden 1.024 Bewerber und 518 Personaler befragt. Den Bewerbern waren manche Bewerbungsprozesse – per E-Mail oder online – zu kompliziert. Gemäß der Studie wollten 50 Prozent der Bewerber gerne auf das Anschreiben verzichten, während 69 Prozent der befragten Personaler am Anschreiben die Ausdrucksfähigkeit sowie auch die Selbsteinschätzung des Bewerbers beurteilen wollen.

Selbstverständlich ist das Anschreiben meist am schwersten zu formulieren. Es ist das Dokument, das immer wieder neu erstellt und formuliert werden muss. Hier ist die meiste kreative Arbeit des Bewerbers zu leisten, um seine individuelle Eignung und eigenen Kompetenzen darzustellen. Der Lebenslauf ist nach wie vor eine reine Faktensammlung über die persönliche Berufs- und Bildungsbiografie.

Die Auswahl der richtigen Referenzen und Zeugnisse fällt den Bewerbern oft nicht schwer, wenn sie ausreichende Vorarbeit für die Erstellung ihrer individuellen Bewerbung geleistet haben. Beispielsweise: die genaue Analyse des Stellenangebots, sich via Website oder Profile in den sozialen Medien über das Unternehmen ausreichend informieren und mitunter auch die Arbeitgeberbewertungen in den entsprechenden Portalen lesen.

Daraus erschließt sich der Bewerber, welche Zeugnisse er bei seiner Bewerbung zielgerichtet beifügen sollte. Bei jungen Menschen sollte stets das Schulabschlusszeugnis als eine Anlage beigelegt werden. Ebenso wie die Bescheinigungen der Schülerpraktika, sofern diese auf den entsprechenden Beruf abzielen. Referenzschreiben und Arbeitszeugnisse sowie bestimmte auf den Beruf bezogene Weiterbildungs-Zertifikate sind bei älteren Bewerbern von Bedeutung.

(Wir verweisen hier ausdrücklich auf unsere bisherigen Info-Reports zu: Anschreiben – Teil 1, Teil 2 und Teil 3 sowie Lebenslauf, Zeugnisse und Referenzschreiben)

 

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