Anschreiben effektiv und auf den Punkt

Anschreiben effektiv und auf den Punkt

Anschreiben – die „Kür“ der Bewerbung (Teil 2)

Wer schreibt, der bleibt

knipseline | pixelio.de

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… sagt man oft lapidar dahin. Doch ganz so falsch ist diese Volksweisheit (oder Skat-Regel  😉 ) nicht.

Wir hatten bereits festgestellt, dass das Bewerbungsanschreiben der Norm für Geschäftsbriefe DIN 5008 folgt.

Es erfüllt die Funktion Ihrer Selbstpräsentation und ist eines der wichtigsten Kommunikationsmedien in Ihrer persönlichen ICH-Kampagne. Das Ziel des Anschreibens ist immer, sich als der bestmögliche Kandidat für den ausgeschriebenen Beruf darzustellen – und das ohne Überheblichkeit, aber auch ohne Unterwürfigkeit.

Franz Grillparzer sagt nicht umsonst:

Bescheidenheit ist eine Zier, weiter kommt man ohne ihr.

Sie verfügen über eine Qualifikation oder haben (bereits) eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert, damit haben Sie bereits maßgebliche Kompetenzen für eine Arbeitsstelle erworben. Und genau diese müssen Sie klar und deutlich auf den Punkt bringen. Jeder Mensch verfügt durch seine Lebens- und Berufserfahrung über individuelle und unterschiedliche Stärken und Kompetenzen. Dadurch hat jeder Bewerber „automatisch“ ein Alleinstellungsmerkmal. Dieses muss er als spezielles und für den potenziellen Arbeitgeber sehr gutes Angebot kommunizieren. Ähnlich gehen auch Werbekampagnen vor. Sie sollten natürlich Ihr Berufsziel fest im Blick haben!

 

Die inhaltliche Struktur Ihres Anschreibens

(c) ICH-Kampagne & Text-Allrounder

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Im Allgemeinen umfasst der Brieftext Ihres Anschreibens vier Absätze:

1. Das wichtigste Pro-Argmument (= Hauptvorteil für den Arbeitgeber), das Sie für diese (ausgeschriebene) Stelle auszeichnet.

 

2. Benennen Sie Ihre Fach- und Methodenkompetenzfokussiert auf die Anforderungen im Stellenangebot – basierend auf Ihren bisherigen beruflichen Erfahrungen. (Selbstverständlich sollten Sie hier Ihren fertigen Lebenslauf sowie das entsprechende Stellenangebot bereitliegen haben.)

 

3. Schreiben Sie Ihre Sozial- und Persönlichkeitskompetenz auf Grundlage Ihrer Lebens- und Berufserfahrung auf – selbstverständlich mit Blick auf die Stellenausschreibung. Empfehlenswert ist, in einem Satz zu beschreiben, welche Aspekte des Stellenangebots Sie zu dieser Bewerbung motiviert haben – beispielsweise ein unbefristetes Arbeitsangebot, Zuschläge wie Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld, Zuschuss zu den Fahrtkosten usw.

 

4. Das Hauptziel Ihres Anschreibens ist natürlich, dass Sie den Arbeitsvertrag bei dem entsprechenden Unternehmen unterzeichnen und in Ihrem (möglichst) Wunschberuf arbeiten können. Das näher liegende Ziel ist allerdings, dass Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Die Information, dass Sie sich über eben diese Einladung freuen, darf in keinem Fall fehlen!

Beim Texten des Anschreibens beachten

Christian Seidel | pixelio.de

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Bei der Formulierung Ihres Anschreibens bedenken Sie stets, dass Sie dieses an einen einzelnen Menschen (= Personaler) und nicht an ein anonymes, gesichtsloses Unternehmen richten. Denn Schreiben ist Kommunikation!

Falls Ihr konkreter Ansprechpartner in dem Unternehmen nicht in der Stellenanzeige genannt ist, empfiehlt sich ein Anruf vor der Bewerbung. Die Anrede „sehr geehrte Damen und Herren“ zeugt nicht gerade von Professionalität und wirklichem Interesse an dem Job.

HINWEIS: Auf weitere Regeln und Vermeidung von peinlichen Fehlern beim Anschreiben gehen wir in einem weiteren Beitrag ein. In dem wird es dann auch Muster-Anschreiben (als Layout-Vorlage!) geben.

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